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BIO

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Die Neuen Wiener Concert Schrammeln spielen Schrammelmusik in ihrer ureigensten Form, jedoch im Gewand unserer Zeit.

Unzählige alte „ Weana Tanz“ und Märsche sind Inspiration und Kraftquelle für Neues. Heute spielen die Neuen Wiener Concert Schrammeln alte, sowie viele neue, eigene Kompositionen und verfeinern ihren Klang ständig. Es ist der Klang von Wien, entstanden in Wiener Heurigenlokalen, geschätzt von den berühmtesten Musikern, heute aufgeführt in den Konzertsälen der Welt.
Tourneen führten die Neuen Wiener Concert Schrammeln in rund 30 Länder, jedoch immer wieder zum Heurigen in Wien.


"Die Neuen Wiener Concert Schrammeln waren eine der ersten Bands, die unverfälschte Wiener Musik gemacht haben.
Sie spielen mit den besten Leuten des Landes auf den besten Festivals und haben absolut nichts mit weinseligem, schleimigem Wienerlied zu tun!"

- Barbara Rett


Das Quartett wurde in der Saison 1994/95 von Peter Uhler und Clemens Fabry (Violine), Günter Haumer (Klarinette) – später Harmonika, sowie Peter Havlicek (Kontragitarre) gegründet mit dem Anspruch, der Wiener Volksmusik auf instrumentalem Gebiet mit frischem Ausdruck und neuen Musikformen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die Neuen Wiener Concert Schrammelnentwickelten sich aus dem gleichnamigen, seit ca. 1990 bestehenden Quintett um den Schauspieler und Sänger Boris Eder. Von diesem Quintett wurden nur die Altwiener Gehröcke, in denen sie seither auftreten, übernommen. Von 2000 bis 2010 spielte Valmir Ziu statt Clemens Fabry Violine.

Seit 2011 spielen Peter Uhler (Violine), Johannes Dickbauer / Niki Tunkowitsch (Violine), Walther Soyka / Helmut Stippich (Chromatische Knopfharmonika) und Peter Havlicek (Kontragitarre). In dieser Besetzung wurde die CD Kronjuwelen aufgenommen, die sich den musikalischen Einflüssen der ehemaligen K. und K. Kronländer auf die Hauptstadt Wien widmet, sowie zum 20. Bestandsjahr die CD Zwanzig. Ab 2016 spielt statt Johannes Dickbauer Johannes Fleischmann Violine.

Sie nahmen 9 CDs auf, arbeiteten mit den Schauspielern und Sängern Wolfram Berger, Karl Ferdinand Kratzl, Robert Meyer, Karl Markovics, Traude Holzer, Konstanze Breitebner, Karlheinz Hackl, Wolfgang Böck, Hermann Scheidleder, Elfriede Ott, Claudia Rohnefeld, Ernst Stankovsky, Otto Brusatti, Christopher Just, Rupert Huber, Wolf Bachofner, Magic Sax Quartett de Santiago de Cuba.

Die Neuen Wiener Concert Schrammeln spielten 2005 bis 2013 mit Robert Meyer „Tannhäuser in 80 Minuten“ am Burgtheater und an der Volksoper. Sie sind seit 2007 fixer Bestandteil des Schrammel Klang Festivals in Litschau (Theaterstück „Herzfleisch“ über die Brüder Schrammel) und bespielten 25 Länder, darunter 4 Südamerikatourneen, Nordamerika, Russland, China, Japan, Europa.

2010 u.a.an der Oper Köln, in New York und auf der Expo Shanghai / China, Litschau

2011 in Brasilien Kolumbien Rumänien, Italien, Deutschland, Litschau

mit den Elektronikern Christopher Just und Rupert Huber - Tosca
sowie dem Magic Sax Quartett de Santiago de Cuba

2012 in Großbritannien, Polen, Rußland, Kroatien und mit dem Auftragswerk "Konzert für Schrammelquartett und Orchester" 

2013 "Wiener Lieder" mit Karl Markovics und Wolf Bachofner, bei "wean hean", mit Wolfram Berger, beim SWR

2014 mit Wolfram Berger, Otto Brusatti, Wolfgang Böck, Karl Markovics, Wolf Bachofner,
Heinz Zednik und Traude Holzer

2015 mit Konstanze Breitebner in "Madame Strauss", an der Staatsoper Hannover, 
bei Sommerfestspielen in Golling, Gmunden, Trier, Korneuburg, Maria Stein, Lunz, Litschau, 
Wels, Schloß Hof, Krems, sowie vielen anderen beim 20 Jahr Jubiläum

2016 bei den Festivals Tanzsignale ( 100 Jahre Donauwalzer ) Gemischter Satz ( Wiener Konzerthaus ) Europäische Festwochen Passau, Festspiele Golling, Schrammelklang Litschau, sowie für Hermann Nitsch, Karl Merkatz und Gerhard Roth.
Der monatliche Schrammelmontag im Wiener Bockkeller etabliert sich erfolgreich. 

2017 u.a. mit Alexandra Reinprecht, Konstanze Breitenber, Traude Holzer, André Heller, Willi Resetarits, Karl Markovics, Wolfgang Böck


20 Jahre Neue Wiener Concert Schrammeln von Ernst Weber

20 (in Worten: zwanzig!) Jahre gibt es nun die „Neuen Wiener Concert Schrammeln“. Alles was beim Zehnjahres-Jubiläum über das Ensemble zu sagen war, trifft nach wie vor zu. Nichts haben sie von ihrem Eifer, der Spielfreude und der Begeisterungsfähigkeit eingebüßt: Sie sind zwanzig Jahre jung geblieben. Peter Uhler als erster Geiger und Peter Havlicek an der Kontragitarre sind die Konstanten in einer homogenen Gruppe, und wenn auch inzwischen die Besetzungen der zweiten Violine (Johannes Dickbauer und Niki Tunkowitsch) und der Chromatischen Knopfharmonika (Walther Soyka und Helmut Stippich) gewechselt haben, so ist doch die Qualität des Ensembles auf höchstem Niveau verblieben.

Manche mögen vielleicht bedauern, dass in den zwei Jahrzehnten nur sieben CDs veröffentlicht wurden – eine achte leitet derzeit das dritte Jahrzehnt ein –, doch waren die Zeiträume zwischen dem Erscheinen der CDs Perioden harter Arbeit an der musikalischen Substanz und intensiver Weiterentwicklung, und sie waren auch Zeiten der intensiven direkten Begegnung mit einem immer größer werdenden Publikum, bei Konzerten in höchst unterschiedlichem Rahmen, von den Heurigenlokalen bis zu den etablierten Bühnen der Stadt.

Es war kein reiner Zufall, dass die vier jungen Herren damals die Formulierung „Wiener Concert Schrammeln“ wählten. Der Fokus auf die konzertante Komponente formuliert den Anspruch auf die Bühnenpräsentation, während die scheinbar veraltete Schreibweise die Bindung an traditionelle Werte erkennbar macht: an die wienerische Tradition der alten Tänze und Heurigenmärsche, die auch heute noch einen großen Teil des Repertoires ausmachen, und an den Rubato-Vortrag, der das Wienerische von der Musik des umliegenden Landes deutlich unterscheidet.

Auch nach zwanzig Jahren ist dem Ensemble der Zusatz „neu“ nicht abzusprechen. Mehr denn je unterscheidet es sich in seinem Konzept von den konventionellen, im Repertoire der Schrammel-Ära verankerten Gruppen. So wie die Original Schrammeln zu ihrer Zeit die volksmusikalischen Repertoirestücke um die neumodischen Lieder, um die Charakterstücke und ähnliche „Novitäten“ erweiterten, so haben sich die Musiker heute zur Aufgabe gestellt, eine Brücke zur neuen österreichischen Volksmusik und zur Weltmusik zu schlagen – durch Neukompositionen und durch ihre zeitgenössische Interpretation.

Mit den Brüdern Schrammel verbindet die Neuen Wiener Concert Schrammeln nicht nur der hohe künstlerische, sondern auch der gesellschaftliche Anspruch. Die Zusammenarbeit mit den namhaftesten Bühnenkünstlern der Stadt, die Auftritte am Wiener Burgtheater und an der Volksoper sowie an der Oper Köln, in New York und auf der Expo Shanghai, Tourneen nach Südamerika, Nordamerika, Russland, China, Japan, in diverse Länder Europas – das alles war dem Hanns und dem Josef Schrammel trotz ihrer unvergleichlichen Popularität noch verwehrt geblieben. Unsere vier Instrumentalisten sind heute in einem Alter, in dem sich ihre beiden berühmten Vorläufer schon nach weniger als zwanzig Jahren Karriere von der Welt verabschieden mussten. Vor ihnen liegt hingegen noch viel Zeit, und wir dürfen mit Recht hohe Erwartungen in das nächste Jahrzehnt setzen. 


20 Jahre Neue Wiener Concert Schrammeln von Otto Brusatti

Anschlag von entsprechenden 20 Thesen über Wille, Vorstellung und Bewusstsein betreffend die Neuen Wiener Concert Schrammeln:

1. Die Neuen Wiener Concert Schrammeln sind nicht neu, sondern schon 20 Jahre alt. Aber konzertieren tun sie noch immer, gelegentlich sogar weiterhin Schrammel Musik.

2. Die Neuen Wiener Concert Schrammeln spielen also schon wesentlich länger als das die originalen Schrammeln in jeweiliger Zusammensetzung taten und konnten.

3. Die Neuen Wiener Concert Schrammeln aber sind ein Quartett und bestehen trotzdem aus mehr als vier Musikern, ganz zu schweigen von den Gästen, Trabanten und anderen Damen und Herren.

4. Die Entwicklung war stetig. Und parallel dazu wuchsen, dann schossen in den letzten beiden Jahrzehnten Parallel-Ensembles hervor, manche wurden sogar ganz passabel im strengen Vergleich, mehr aber auch nicht. Die neue Szene orientiert sich noch allemal, gewollt oder künstlerisch gezwungen an ihnen, an den alten Hadern ebenso wie den Innovationen.

5. Die Neuen Wiener Concert Schrammeln sind deswegen ungemein gesucht, beliebt, geliebt und verehrt, sowie ein fixer Bestandteil der Wiener, der österreichischen Kultur – die Neuen Wiener Concert Schrammeln sind deswegen und ob ihrer Innovationen und Virtuosität aber auch – eben weil es sich um Wien und Österreich handelt – gern von anderen gehasst.

6. Ein Gedicht, zwischendurch: Viel Grafen und viel Kutscher – die sitzen beisammen – die jungen Leut tanzen, die alten schaun zua. Die Schrammeln rebelns oba, der Bratfisch singt dazua – und unser Ball, der is erst aus – wenn d’ Sunn scheint in der Fruah.

7. Die Neuen Wiener Concert Schrammeln haben sich in konzentrischen Kreisen ausgebreitet.

8. In Schlangenlinien in den Wiener Bezirken, nach dem Wien-trächtigen Süden, in brave und gewogene Bundesländer, zu den Festivals, bald nach Budapest oder Norddeutschland, Südtirol oder sogar die heikle Schweiz.

9. Nach China, Amerika und Brasilien.

10. Aber auch Gumpoldskirchen, Süd-Stuttgart, Salamanca, Innerkolumbien und die Schmittenhöhe.

11. Schließlich gar in Südchile über die Fjorde bis nach Valdivia zu den Seelöwen und dortigen oft seltsamen Damen. Bei Lachs, Austern, Schnecken, Piscos, Lammstücken und gerösteten Heringen. Wir waren sehr am Rand von Eiweißvergiftungen.

12. Zur Erholung noch ein weiteres kleines Poem: Auf Hügeln rund um Wien – ein Nussbaum, drunter Brot und Wein – und vier der Stimmen, süß und bös. – Wir sitzen immer enger bald – und reiben unsre Schenkel aneinander. Mehr Schwüre gibt’s bei der Musik – als unter Kreuzen und Madonnen.

13. Die Neuen Wiener Concert Schrammeln spielen natürlich auch und sogar Schrammel-Musik.

14. Man gibt sich aber auch mit anderem ab.

15. Zum Beispiel: Man lässt sich fallen, in die Tiefen, in den Schmalzhof, knabbert dabei an einer abgelaufenen Bonbonniere, tanzt um 2 Uhr Walzer und Tango und überhaupt ein neues Schrammel-Taktmaß.

16. Zum Beispiel: Ihr nicht hoch genug einzuschätzende Einsatz für die Musik der Brüder Mikulas, die so auch klingt wie eine Brahms-Nachfolge.

17. Zum Beispiel: Schönberg erfindet tatsächlich die Atonalität, aber er hat nicht mit den Neuen Wiener Concert Schrammeln gerechnet, die beweisen nämlich, dass alles sowieso zutiefst Wienerisch ist. Aber – zur exakt derselben Zeit kommt der Rosenkavalier heraus, und auch der hat nicht mit den Neuen Wiener Concert Schrammeln gerechnet, die beweisen nämlich, dass das – bei aller wunderbarer Komposition – zutiefst keine Wienerische Musik ist.

18. Die Neuen Wiener Concert Schrammeln sind nämlich eine Institution, sie treten zudem oft gehäuft auf, traktieren uns mit CD’s, geben sich nur mit den besten Gästen ab, und:

19. Sie bewirken allerdings einiges: Die Menschen vor ihnen, mit ihnen, an ihren CD’s und im selben Raum sind glücklich, verzagt, aufgeganselt, verstört, himmelhoch jauchzend, langsam schwer alkoholbezogen, schwimmend in Musik und zutiefst seelisch gefährdet.

20. Die Neuen Wiener Concert Schrammeln gehören daher verboten!